Die Klassen der Flexiblen Grundschule

 

FleGS - Flexible Grundschule

Flexible Eingangsstufe in jahrgangsgemischten Klassen mit der Möglichkeit zu längerer Verweildauer

 

20 Modellschulen in Bayern machten sich seit dem Schuljahr 2010/2011 auf den Weg zu einer neuen schülerorientierten Form der 1. und 2. Klasse. Dieser Schulversuch wurde unterstützt und finanziert vom Kultusministerium und der Stiftung Bildungspakt. Was in anderen Bundesländern - wenn auch in etwas abgewadelter Form - bereits erfolgreich praktiziert wird, sollte nun auch bei uns - wissenschaftlich begleitet - getestet werden.

Auch an der GS Esting werden "Tiger und Bären" in zwei jahrgangsgemischten Klassen unterrichtet.

Wie sieht das Modell aus?

Kinder der 1. und 2. Klasse werden gemeinsam unterrichtet. Der Lehrplan beider Jahrgangsstufen wird in Bausteine zerlegt, die jedes Kind in seinem eigenen Arbeitstempo bearbeiten kann. Neue Unterrichtsmethoden, wie Wochenplanarbeit, Werkstatt-Unterricht, Freiarbeit und Kooperative Lernformen wechseln sich ab mit gebundenen und getrennt unterrichteten Formen bei Inhalten, die für die jeweiligen Jahrgangsstufen zu unterschiedlich sind.

Natürlich müssen dabei die Lernstände der Kinder besonders intensiv getestet werden. Es gibt aber nur mehr selten die herkömmliche Probe, bei der jeder zur gleichen Zeit die selbe Prüfung absolviert. Nun meldet sich jedes Kind dann zur Leistungs-kontrolle an, wenn es in seinem eigenen Tempo alle Bausteine durchlaufen hat und sich bereit dazu fühlt. Der Schwerpunkt bei der Leistungskontrolle liegt dabei stets auf der Fördermöglichkeit. 
Damit jedes Kind individuell gefördert werden kann, werden unserer Klasse 3 Differenzierungsstunden zugegeben, in denen eine zweite Lehrkraft  entweder als Team-teacher mit in der Klasse steht oder aber in Kleingruppen arbeiten kann.

Für welche Kinder ist diese Klasse geeignet?

Grundsätzlich ist diese Klasse für jedes Kind geeignet, weil jeder Schüler sein Lerntempo individuell nach dem eigenen Vermögen gestalten kann. Eine gewisse Grundvoraussetzung ist es, dass Kinder sich ein wenig selbst organisieren können oder bereits sind dies zu lernen.

Gute, schnelle Schüler haben weniger Leerlauf und müssen weniger warten, bis alle fertig sind. Statt dessen können sie sich mit vielen anderen Angeboten die Zeit sinnvoll beschäftigen und den Stoff schneller erlernen. Dadurch kann es auch möglich werden, den Stoff der zwei Jahrgangsstufen in einem Jahr zu durchlaufen und mit der "Tiger-Gruppe" gleich in die 3.Klasse überzuwechseln.

"Normale" Schüler können individuell einteilen für welche Bereiche sie ihre Zeit verwenden wollen oder verwenden müssen. Ein Kind, das z.B. in Deutsch gut ist, wird wohl mit diesen Aufgaben schnell fertig sein und hat damit mehr Zeit für Bereiche, in denen es nicht ganz so sicher ist.

Schwächere Schüler haben die Möglichkeit, alle Bereiche in ihrem ganz eigenen Tempo zu durchlaufen. Falls nötig, kann ein drittes Jahr dazu genutzt werden, das nicht an die Pflichtschulzeit angerechnet wird. Der große Vorteil dabei ist, dass weder die Klasse noch die Lehrerin gewechselt werden muss. Die Kinder bleiben einfach mit der "Bären-Gruppe" zusammen. Dazu ist allerdings zu sagen, dass die Flexible Eingangsstufe kein Ersatz sein kann für eine Diagnose-un-Förderklasse der Förderzentren, da diese deutlich mehr Förderstunden zur Verfügung haben, kleinere Klassen und eine intensivere Betreuung.